Description
Emotionen steuern das Verhalten von Menschen maßgeblich und spielen dabei im organisatorischen Kontext eine wesentliche Rolle. Sie beeinflussen Leistung, Kreativität, Kündigungsabsicht und Teamarbeit in Unternehmen. Aber auch für die Untersuchung von Partizipation in Interessensvertretungen sind sie relevant. Die Broaden-and-Build-Theorie besagt, dass das Erleben positiver Emotionen das Denk- und Handlungsrepertoire von Menschen erweitert und persönliche sowie soziale Ressourcen aufbaut. Die Self-Determination-Theorie (SDT) trägt zudem zum Verständnis bei, welchen Einfluss das Erleben von Autonomie, Kompetenz und Zugehörigkeit auf die Bereitschaft hat, Arbeitnehmerinteressen zu vertreten.
Ziel der Dissertation ist es, die Rolle von Emotionen bei der Bereitschaft von Mitarbeitenden, sich in verschiedenen Interessensvertretungen zu engagieren, zu untersuchen. Der Fokus liegt dabei auf der Identifikation von Emotionen, die über Basisemotionen hinausgehen.
Zur Analyse werden drei Studien durchgeführt. In der ersten Studie werden zunächst die Emotionen, die die Beteiligung in Interessensvertretungen aktivieren oder hemmen, mit einem qualitativen Design untersucht. Darüber hinaus werden die Rollen der SDT-Faktoren sowie die emotionale Ansteckung näher untersucht. Die Auswertung erfolgt mittels einer thematischen Analyse nach Braun und Clarke (2006). In der zweiten Studie wird in einem quantitativen Design untersucht, inwiefern diese Emotionen aktiviert werden können und einen signifikanten Einfluss auf die Beteiligung in Interessensvertretungen haben. Ebenfalls quantitativ untersucht wird die Relevanz der SDT-Faktoren. Die erhobenen Daten werden mit dem ANOVA-Verfahren analysiert. In der dritten Studie werden die Ergebnisse durch ein quantitatives Design auf Teamebene untersucht. Dabei soll der Einfluss emotionaler Ansteckungen untersucht und anschließend mittels Multilevel-Modelling getestet werden.